15/3/1 – Ja/Nein/Enthaltung
20. Januar 2011
Das große Ticket. Seit Jahren ist es im Gespräch, nun Realität.
Nach meinem letzten Artikel habe ich mich etwas zurückgehalten. Das hat den einfachen Grund, dass sich die Vorgehensweise des StuRa hinsichtlich der Entscheidungstransparenz gebessert hat. Von vielen Seiten kommt zwar weiterhin Kritik, allerdings ist diese in vielen Fällen nicht gerechtfertigt. Und man kann es nun mal nicht jedem recht machen.
Allein die Beschwerde, die Umfrage sei nicht repräsentativ … oder die Aussage, es sei nicht ok eine Entscheidung zu treffen, da die Wahlbeteiligung nur bei 50% liege …
Dass Gremien mit weit mehr Befugnissen jedes Jahr aufs Neue auf Basis einer weit geringeren Wahlbeteiligung besetzt werden, scheint nicht jedem klar zu sein. Hat wohl die Wahl verpasst … Tatsächlich finde ich es bemerkenswert, dass es zweimal hintereinander eine derart hohe (hoch, da untypisch) Wahlbeteiligung gab.
Repräsentativität indes – sollte jeder mal kurz recherchieren – ist gegeben, wenn eine Stichprobe mit der Grundgesamtheit in bestimmten Merkmalen übereinstimmt. Also das selbe Verhältnis von Frauen und Männern, Fakultätszugehörigkeit u.Ä.
Doch zurück zum Ticket. Ich musste letztens feststellen, dass es mir tatsächlich etwas bringt. Ich bin gespannt ob das Viertel der Chemnitzer Studenten, denen es nichts bringt, jetzt wie vorgeschlagen handelt und sich an das StuWe wendet.
“Größere Bedenken wurden aufgrund der finanziellen Mehrbelastung geäußert. Vor allem für sozial schwache Studierende könnte das zum Problem werden. Betroffene können allerdings beim Studentenwerk Chemnitz-Zwickau Unterstützung beantragen.” (Auszug aus der Pressemitteilung des Studentenrates)
Für all jene, die sich fragen, um welche Art der Unterstützung es sich handelt, sei ein Student zitiert, der mir dies hoffentlich nicht übel nimmt.
“… Findet ihr es nicht etwas zynisch, Studenten, die sich das „große“ Semesterticket nicht leisten können, an das Studentenwerk zu verweisen, damit sie dort ein Härtefalldarlehen beantragen? Nein, nicht „etwas“ zynisch, das ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten! Noch tiefer konntet ihr wohl nicht sinken?
Was kommt als nächstes? Befürwortung von Studiengebühren, da ja jeder bei der Deutschen Bank einen günstigen Studienkredit bekommt? Die Darlehensbedingungen des Stuwe sind euch sicher bekannt. Welche Sicherheiten hat jemand vorzuweisen, dem schon die 75 € zuviel sind? Soll er seinen Laptop als Pfand hinterlegen? [...] Es kann doch wohl nicht euer Ernst sein, dass sich Studenten verschulden müssen, damit sie ihr Semesterticket bezahlen können!” (Verweise wurden durch Links ersetzt)
Ich weiß gar nicht was er hat. Seine Eltern zahlen ihm doch sicher alles.
euer sturagebloggt
Btw. um mal wieder etwas sachlicher zu werden: Die Unis in Thüringen haben ein vergleichbares Ticket, wenn mich nicht alles täuscht. Hat jemand Informationen, wie die Entscheidungsfindung dort ablief? Abstimmungen? Höhere Wahlbeteiligung?
[...] dieser Aussage wird die in meinem letzten Beitrag angesprochene Aufregung schon [...]
Kurze Richtigstellung: Die Abstimmung ging 15/3/1 aus.
vielen Dank für die Richtigstellung